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Leistungsverzeichnis der molekulargenetischen Tests
Arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie (ARVD)

Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie ist gekennzeichnet durch den progredienten Verlust von Herzmuskelzellen, die durch Fett- und Bindegewebszellen ersetzt werden. Insbesondere der rechte Ventrikel ist vom bindegewebigen Umbau betroffen, was zunächst  zu einer Störung der Reizleitung mit ventrikulären Arrhythmien, Palpitationen oder Synkopen führt. Im EKG zeigen sich charakteristisch Epsilon-Wellen und bei rechts-präkordialer Ableitung eine invertierte T-Welle mit verbreitertem QRS-Komplex. Meist werden die Arrhythmien, die zum plötzlichen Herztod führen können, durch körperliche Anstrengung ausgelöst. Die Häufigkeit der ARVD wird auf 1:5.000 geschätzt, etwa die Hälfte der Fälle zeigen eine familiäre Häufung. Inzwischen sind über zehn verschiedene Formen der ARVD beschrieben.

Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie folgt meist einem autosomal-dominaten Erbgang mit unvollständiger Penetranz und unterschiedlicher klinischer Ausprägung. Die häufigsten Formen werden durch Mutationen in Genen verursacht, die für Bestandteile der Desmosomen (Zell-Zell-Verbindungen) kodieren. Etwa 30-50% aller Mutationen werden in den Genen DSP, PKP2 und DSG2 nachgewiesen. Es sind weitere nicht desmosomale Gene bekannt, die mit der Entstehung einer familiären ARVD assoziiert werden, wie beispielsweise das Transmembranprotein 43 (TMEM43).

 

Liste der prädisponierenden Gene

RYR2 (ARVD2), TMEM43 (ARVD5), DSP (ARVD8), PKP2 (ARVD9), DSG2 (ARVD10), DSC2 (ARVD11), JUP (ARVD12), TGFB3 (ARVD)


Indikation zu genetischen Diagnostik
  • Positive Familienanamnese
  • Einstufung der ARVD nach Task Force Kriterien der ESC
  • Fälle von plötzlichem Herztod in der Familie
  • Rechts- oder biventrikuläre Dilatation


Welche Möglichkeiten werden im Befund diskutiert?

1.    Möglichkeit: Es wurde eine krankheitsassoziierte Mutation nachgewiesen

Die Identifikation von Anlageträgern ursächlicher Mutationen ermöglicht eine rechtzeitige, ggf. präsymptomatische Therapie. Alle Anlageträger sollten Instruktionen zur Anpassung ihres Lebensstils erhalten.

Indexpatienten bzw. Ratsuchende vererben diese Prädisposition mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auf ihre Nachkommen. Den Kindern und Angehörigen kann auf der Grundlage unseres Ergebnisses eine schnelle Abklärung dieses Risikos angeboten werden.

2.    Möglichkeit: Es wurde keine krankheitsassoziierte Mutation nachgewiesen

Grundsätzlich schließt ein „negatives“ Ergebnis bei der Mutationssuche niemals eine klinisch begründete Diagnose aus. Möglicherweise sind andere Gene involviert, die nicht erfasst werden. Eine familiäre Form kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.


Analysemethode
  • Anreicherung aller kodierender Exons einschließlich der Exon-Intron Übergänge mittels Sondenhybridisierung
  • Generierung der DNA-Bibliothek für jeden Patienten
  • Sequenzierung aller Gene mittels der Illumina-Technologie
  • Unabhängige Re-Sequenzierung auffälliger Varianten
  • Datenbank geprüfte klinische Validierung der Varianten

Wir garantieren für jede Analyse eine diagnostische Qualitätssicherung gemäß den europäischen Richtlinien für massive parallele Hochdurchsatz-Sequenzierung.


Auftragserteilung an die Genetische Apparategemeinschaft

Genetische Diagnostik ist Bestandteil des kassenärztlichen Vorsorgeprogramms, geregelt im EBM, §11. Benötigt werden 3ml EDTA Blut innerhalb 24 Std. mit dem Laborüberweisungsschein. Genetische Diagnostik erfolgt grundsätzlich außerhalb des Laborbudgets (Ausnahmekennziffer 32010). Bearbeitungsdauer beträgt ca. 6 Wochen.

 
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