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Leistungsverzeichnis der molekulargenetischen Tests
Dilatative Kardiomyopathie (DCM)

Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist die häufigste Erkrankung des Herzmuskels. Sie wird über die eingeschränkte systolische Pumpleistung des Herzens definiert und mündet in der Entwicklung einer Herzinsuffizienz. Strukturelle Grundlage der verminderten kardialen Ejektionsfraktion ist das myokardiale „Remodeling“. In der Regel wird die DCM mit Hilfe der Echokardiographie dargestellt. Es besteht zudem für Betroffene ein deutlich erhöhtes Risiko für Arrhythmien, Thromboembolien und plötzlichen Herztod.

Es konnte gezeigt werden, dass nur die Hälfte der DCM-Fälle mit scheinbar unklarer Ursache tatsächlich idiopathisch ist und nicht sekundär auf anderen Primärerkrankungen basiert. Folglich ist es wichtig, vor der Veranlassung einer genetischen Diagnostik eine sekundäre DCM möglichst vollständig auszuschließen. Die frühe Identifikation von Anlageträgern ist essentiell, um den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.

Die DCM ist mit einer Inzidenz von 6 pro 100.000 Einwohner und einer Prävalenz von 36 pro 100.000 Einwohner die häufigste Herzmuskelerkrankung und ist neben koronaren Herzerkrankungen die bedeutendste Indikation für eine Herztransplantation. Eine familiäre Form der Erkrankung tritt in ca. 35% der betroffenen Fälle auf, die zumeist autosomal-dominant vererbt werden. Eine familiäre DCM liegt dann vor, wenn in der Familie eines DCM-Patienten eine zweite an DCM erkrankte Person identifiziert worden ist oder wenn bei einem Angehörigen ein unerklärter Herztod aufgetreten ist.

Derzeit sind über 30 verschiedene krankheitsassoziierte Gene bekannt, wobei Mutationen in den Genen für die Proteine ß-Myosin schwere Kette (MYH7), Troponin T (TNNT2), Myosinbindeprotein C (MYBPC3) und Lamin A/C (LMNA) häufig beschrieben werden. Weiterhin werden Mutationen in Genen für Proteine des Zytoskeletts, der Zellmembran, der Kernlamina, der Desmosomen und Kanal-assoziierte Proteine mit der Erkrankung assoziiert.

 

Liste der prädisponierenden Gene

ABCC9, ACTC1, ACTN2, ANKRD1, BAG3, CRYAB, CRRP3, DES, DMD, DSG2, DSP, EMD, EYA4, FKTN, GATAD1, LAMA4, LAMP2, LDB3, LMNA,  MYBPC3, MYH6, MYH7, MYPN, NEXN, PDLIM3, PKP2, PLN, PRDM16, RAF1, RBM20, SCN5A, TAZ, TCAP, TMPO, TNNC1, TNNI3, TNNT2, TPM1, TTN, TTR, VCL

 

Indikation zu genetischen Diagnostik

·         Positive Familienanamnese

·         Fälle von plötzlichem Herztod in der Familie

·         Links-oder biventrikuläre Dilatation

 

Welche Möglichkeiten werden im Befund diskutiert?

1.     Möglichkeit: Es wurde eine krankheitsassoziierte  Mutation nachgewiesen

Die Identifikation von Anlageträgern ursächlicher Mutationen ermöglicht eine rechtzeitige, ggf. präsymptomatische Therapie. Alle Anlageträger sollten Instruktionen zur Anpassung ihres Lebensstils erhalten.

Indexpatienten bzw. Ratsuchende vererben diese Prädisposition mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auf ihre Nachkommen. Den Kindern und Angehörigen kann auf der Grundlage unseres Ergebnisses eine schnelle Abklärung dieses Risikos angeboten werden.

 

2.     Möglichkeit: Es wurde keine krankheitsassoziierte Mutation nachgewiesen

Grundsätzlich schließt ein „negatives“ Ergebnis bei der Mutationssuche niemals eine klinisch begründete Diagnose aus. Möglicherweise sind andere Gene involviert, die nicht erfasst werden. Eine familiäre Form kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.

 

Analysemethode

·         Anreicherung aller kodierender Exons einschließlich der Exon-Intron Übergänge mittels Sondenhybridisierung

·         Generierung der DNA-Bibliothek für jeden Patienten

·         Sequenzierung aller Gene mittels der Illumina-Technologie

·         Unabhängige Re-Sequenzierung auffälliger Varianten

·         Datenbank geprüfte klinische Validierung der Varianten

Wir garantieren für jede Analyse eine diagnostische Qualitätssicherung gemäß den europäischen Richtlinien für massive parallele Hochdurchsatz-Sequenzierung.

 

Auftragserteilung an die Genetische Apparategemeinschaft

Genetische Diagnostik ist Bestandteil des kassenärztlichen Vorsorgeprogramms, geregelt im EBM, §11. Benötigt werden 3ml EDTA Blut innerhalb 24 Std. mit dem Laborüberweisungsschein.

Genetische Diagnostik erfolgt grundsätzlich außerhalb des Laborbudgets (Ausnahmekennziffer 32010).

Bearbeitungsdauer beträgt ca. 6 Wochen.
 
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