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Leistungsverzeichnis der molekulargenetischen Tests
Long QT-Syndrom (LQTS)

Das Long QT-Syndrom umfasst eine Gruppe von seltenen, genetisch bedingten, funktionellen Störungen verschiedener Ionenkanäle der Zellmembran des Herzens. Diese Störungen gehen mit einem verlängerten QT-Intervall im Elektrokardiogramm (EKG), einer veränderten elektrischen Repolarisation der Herzkammern sowie dem Auftreten bestimmter Herzrhythmusstörungen (ventrikuläre Tachykardien in Form von Torsade de Pointes) und einer hohen Prädisposition für kardiale Ereignisse einher. Etwa 30-45% der Long QT-Syndrom Patienten erleiden bereits vor dem 40. Lebensjahr eine Synkope. Werden diese Patienten nicht behandelt, versterben etwa 50% in den ersten fünf Jahren nach dem Auftreten von ersten Symptomen.

Die Prävalenz des familiären Long QT-Syndroms liegt nach neueren Untersuchungen bei 1:5.000 bis 1:15.000. Hierbei wird zwischen dem Jervell/Lange-Nielsen-Syndrom, das autosomal rezessiv vererbt wird und in den meisten Fällen mit einer angeborenen Schwerhörigkeit einhergeht, und dem häufigeren Romano/Ward-Syndrom, das einem autosomal dominanten Erbgang folgt, unterschieden.

In etwa 75% der klinisch gesicherten Fälle können Mutationen in einem von fünf myokardialen Ionenkanal-Genen nachgewiesen werden. Diese codieren für repolarisierende Kalium-Kanäle (KCNQ1, KCNH2, KCNE1, KCNE2) sowie einem Natrium-Kanal (SCN5A).

Darüber hinaus wurden bei seltenen Sonderformen des LQTS, die durch spezielle z.T. komplexe Phänotypen gekennzeichnet sind, Mutationen in weiteren Genen identifiziert werden, deren Analyse in einzelnen Familien sinnvoll sein kann.

 

Liste der prädisponierenden Gene

KCNQ1 (LQTS Typ 1), KCNH2 (LQTS Typ 2), SCN5A (LQTS Typ 3), KCNE1 (LQTS Typ 5), KCNE2 (LQTS Typ 6), ANK2 (LQTS Typ 4), KCNJ2 (LQTS Typ7), CAV3 (LQTS Typ9), SCN4B (LQTS Typ10), KCNE3, SNTA1 (LQTS Typ 12), KCNJ5 (LQTS Typ 13), CACNA1C (LQTS Typ 8), CALM1 (LQTS Typ 14), AKAP9 (LQTS)

 

Indikation zur genetischen Diagnostik

Begründeter Verdacht auf Long QT-Syndrom nach Ausschluss struktureller Ursachen, wenn:

-       QTc verlängert (♂ ≥ 440 ms; ♀ ≥ 460 ms)

-       positive Familienanamnese (standardisierte, extensive Familienanamnese!) für Synkopen, Krampfanfälle, plötzliche Herztode

-       auffällige T-Wellenmorphologie (gehöckert, verbreitert, abgeflacht, biphasisch, negativ)

-       dokumentierte Torsades-de-Pointes-Arrhythmie

-       Eigenanamnese: Synkopen, Krampfanfälle, Palpitationen

-       pathologisches QTc-Verhalten bei Belastung

-       Arrhythmien im Kontext von spezifischen Triggern (zum Beispiel Schwimmen, laute Geräusche, Medikamente)

 

Welche Möglichkeiten werden im Befund diskutiert? 

1.     Möglichkeit: Es wurde eine krankheitsassoziierte  Mutation nachgewiesen

Die Identifikation von Anlageträgern ursächlicher Mutationen ermöglicht eine rechtzeitige, ggf. präsymptomatische Therapie. Das Risiko für kardiale Ereignisse wird dadurch beim LQTS Typ 1 um 62-95% und beim LQTS Typ 2 um 74% reduziert. Alle Anlageträger sollten Instruktionen zur Anpassung ihres Lebensstils erhalten.

Indexpatienten bzw. Ratsuchende vererben diese Prädisposition mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auf ihre Nachkommen. Den Kindern und Angehörigen kann auf der Grundlage unseres Ergebnisses eine schnelle Abklärung dieses Risikos angeboten werden.

 

2.     Möglichkeit: Es wurde keine krankheitsassoziierte Mutation nachgewiesen

Grundsätzlich schließt ein „negatives“ Ergebnis bei der Mutationssuche niemals eine klinisch begründete Diagnose aus. Möglicherweise sind andere Gene involviert, die nicht erfasst werden. Eine familiäre Form kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.

 

Analysemethode

·         Anreicherung aller kodierender Exons einschließlich der Exon-Intron Übergänge mittels Sondenhybridisierung

·         Generierung der DNA-Bibliothek für jeden Patienten

·         Sequenzierung aller Gene mittels der Illumina-Technologie

·         Unabhängige Re-Sequenzierung auffälliger Varianten

·         Datenbank geprüfte klinische Validierung der Varianten

Wir garantieren für jede Analyse eine diagnostische Qualitätssicherung gemäß den europäischen Richtlinien für massive parallele Hochdurchsatz-Sequenzierung.

 

Auftragserteilung an die Genetische Apparategemeinschaft

Genetische Diagnostik ist Bestandteil des kassenärztlichen Vorsorgeprogramms, geregelt im EBM, §11. Benötigt werden 3ml EDTA Blut innerhalb 24 Std. mit dem Laborüberweisungsschein.

Genetische Diagnostik erfolgt grundsätzlich außerhalb des Laborbudgets (Ausnahmekennziffer 32010).

Bearbeitungsdauer beträgt ca. 6 Wochen.
 
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